Unser Schaufenster-Thema im April 2008

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ, das im unteren Halsbereich, knapp unterhalb des Kehlkopfes, versteckt liegt. Im gesunden Zustand wiegt sie bei Frauen bis zu 18 Gramm, bei Männern bis zu 25 Gramm. Ihr Gewebe ist weich. Die Schilddrüse hat einen rechten und linken Lappen, die in der Mitte durch einen Steg verbunden sind. Das gibt ihr die Form eines Schmetterlings. Im gesunden Zustand ist sie von außen nicht zu sehen und kaum zu tasten.

Die Schilddrüse ist lebensnotwendig. Sie produziert Hormone, die den Stoffwechsel steuern und die für Wachstum und Entwicklung des Körpers sowie für das seelische Gleichgewicht mitverantwortlich sind. Sie sind besonders am Eiweißaufbau und am Wachstum von Knochen und Muskelgewebe beteiligt. Daneben regulieren sie die Funktion von Nerven, Herz, Kreislauf und Muskeln. Im Kindesalter sind die Schilddrüsenhormone unerlässlich für eine normale Entwicklung. Ist der Hormonhaushalt gestört, kann der gesamte Organismus aus der Bahn geraten. Neben den Funktionsstörungen wie Über- oder Unterfunktion ist jedoch vor allem die krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse (Struma oder Kropf) mit oder ohne Knotenbildung zu beachten. Sie ist die häufigste aller Schilddrüsenerkrankungen und in 95 Prozent der Fälle ist Jodmangel die Ursache.

 
Machen Sie den Schlucktest

 

Mit diesem einfachen Test bekommen Sie ein Gespür dafür, wo sich Ihre Schilddrüse befindet. Sollte Ihre Schilddrüse vergrößert sein, können Sie das eventuell ebenfalls erkennen. Sie brauchen dazu nur einen Handspiegel und ein Glas Wasser.

Und so geht’s: Halten Sie den Spiegel so, dass Sie den Teil Ihres Halses zwischen Kehlkopf und Schlüsselbein sehen können. Legen Sie den Kopf in den Nacken und nehmen Sie einen Schluck Wasser, behalten Sie dabei Ihren Hals im Blick. Treten während des Schluckens unterhalb des Kehlkopfes eine größere oder kleinere Vorwölbung oder Schwellungen hervor, könnten eine vergrößerte Schilddrüse oder knotige Veränderungen vorliegen und Sie sollten einen Arzttermin ausmachen. Er kann beurteilen, ob eine Behandlung nötig ist.

 
TSH

 

ist ein Steuerhormon, das die Schilddrüse stimuliert, ihre Hormone ins Blut abzugeben. Ein erhöhter TSH-Wert weist auf eine Unterfunktion, ein erniedrigter TSH-Wert auf eine Überfunktion der Schilddrüse hin.

 
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

 

Bei einer Überfunktion werden zu viele Schilddrüsenhormone ausgeschüttet, mehr als der Körper braucht. Energiehaushalt und Stoffwechsel werden dadurch dauernd angekurbelt und arbeiten ständig auf Hochtouren. Entsprechend vielfältig sind die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion. Hierzu zählen unter anderem Gewichtsabnahme trotz unverändertem oder sogar gesteigertem Appetit, Haarausfall und verstärktes Schwitzen. Bei Frauen können Zyklusstörungen auf eine mögliche Schilddrüsenüberfunktion hindeuten. Nervosität, Rastlosigkeit, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen können auftreten.

Bei der Therapie muss die Produktion der Schilddrüsenhormone verhindert werden. Dies ist durch die Gabe von so genannten Schilddrüsenhemmer (z.B. Carbimazol, Thiamazol) möglich.

Führt die medizinische Behandlung nicht zum Erfolg, kann durch eine Operation oder eine Radiojodtherapie das funktionsfähige Schilddrüsengewebe reduziert werden.

Auf keinen Fall dürfen bei einer Schilddrüsenüberfunktion jodhaltige Medikamente oder Röntgenkontrastmittel eingenommen werden. Auch Nahrungsergänzungsmittel, die Jod enthalten, und algenhaltige Speisen müssen gemieden werden. Das Würzen mit jodhaltigem Speisesalz dagegen ist möglich.

 
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

 

Die Schilddrüse produziert zu wenig oder keine Hormone. Dies führt zu einem verminderten Stoffwechsel. Eine Schilddrüsenunterfunktion verläuft meist schleichend und unauffällig Die Betroffenen klagen über Müdigkeit, Antriebsarmut, und Gedächtnisstörungen. Sie frieren häufig und leiden an Verstopfung. Die Haut ist trocken, kühl und blass. Der Puls ist langsam.

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann mit Schilddrüsenhormon-Tabletten behandelt werden, die die fehlenden körpereigenen Schilddrüsenhormone ersetzen.
(z. B. L-Thyroxin, Levothyroxin). Die Dosierung ist individuell verschieden und wird vom Arzt anhand des TSH-Wertes festgelegt und regelmäßig überprüft.

 
Kropf (Struma)

 

Unter einem Kropf versteht man eine Vergrößerung der Schilddrüse. Beispielsweise aufgrund eines Jodmangels versucht die Schilddrüse, das vorhandene Jod bestmöglich zu verwerten, um so dem Bedarf an Schilddrüsenhormonen gerecht zu werden. Dies geschieht durch eine Vergrößerung des Gewebes. Das Organ kann sich nach außen ausbreiten, so dass es im fortgeschrittenen Stadium zu einer sichtbaren Verdickung am Hals kommt. Umgekehrt ist auch eine Ausbreitung des Gewebes nach innen möglich bis hin zu einer Einengung der Luftröhre.

Zur medikamentösen Behandlung eines Kropfes stehen Jod, Schilddrüsenhormone oder eine Kombination aus beiden zur Verfügung.

 
Heißer oder kalter Knoten

 

In einer erkrankten Schilddrüse können sich auch so genannte „heiße“ oder „kalte“ Knoten bilden. Heiße Knoten sind überaktiv, produzieren unkontrolliert Hormone und führen so zu einer Überfunktion der Schilddrüse. Kalte Knoten sind in ihrer Funktion stark eingeschränkt bis inaktiv und können in seltenen Fällen bösartig sein. Mit einer Bild gebenden Untersuchungsmethode kann der Charakter von Schilddrüsenknoten bestimmt werden. Dieses „Szintigramm“ zeigt heiße Knoten in den warmen Farben Rot und Gelb. Kalte Knoten sind dagegen in kühlen Farben Blau und Violett dargestellt.

 
Was können Sie vorbeugend tun?

 

Prinzipiell gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Um einem Kropf (vergrößerte Schilddrüse) vorzubeugen, achten Sie bei sich und Ihrer Familie auf eine ausreichende Jodversorgung. Besonders Schwangere und Jugendliche benötigen viel Jod. Verwenden Sie mit Jod angereicherte Lebensmittel wie Speisesalz aber auch Brot und Wurst. Außerdem sollten Sie ein- bis zweimal in der Woche jodreichen Seefisch essen. Reicht die Jodversorgung über die Ernährung nicht aus, so stehen in Ihrer Apotheke rezeptfreie Jodtabletten zur Verfügung. Kommen in Ihrer Familie bereits Schilddrüsenerkrankungen vor, lassen Sie Ihre Schilddrüse regelmäßig vom Arzt untersuchen: Durch Abtasten, oder einer Ultraschall- oder Blutuntersuchung.

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