Unser Schaufenster-Thema im Oktober 2005

Übergewicht bei Kindern

In Deutschland leiden 3,5 Millionen Kinder und Jugendliche an Übergewicht- umgerechnet jeder fünfte junge Mensch. 30 % aller stark übergewichtigen Kinder haben bereits eine Fettleber, leiden unter Bluthochdruck oder Diabetes.

 

Die Hoffnung vieler Eltern, das Übergewicht ihrer Kinder würde sich mit der Zeit „verwachsen“, ist − ohne entsprechende Maßnahmen − meist falsch. Es zeigt sich nämlich, dass 40 % der übergewichtigen Kinder und etwa 80 % der übergewichtigen Jugendlichen auch „dicke“ Erwachsene werden. Dicke Kinder von heute sind also die Risikopatienten von morgen.

 

Zwei wesentliche Komponenten sind für das hohe Gewicht unserer jungen Bevölkerung verantwortlich: Falsche Ernährung und Bewegungsmangel, also zu fettreiche Kost, zuviel Zucker, Fastfood, Chips und Süßigkeiten, heruntergespült mit süßen Limo- und Colagetränken, das alles vor dem Fernseher oder Computer.

 

Ist mein Kind zu dick?

 

Neben dem optischen Eindruck (Speckröllchen, Bauchansatz), kann man heute durch Messung der Hautfalten oder die Errechnung des Body-Maß-Index (BMI) exakt feststellen, ob beim Kind Bedarf zur Gewichtsreduktion besteht.

 

Der BMI errechnet sich folgendermaßen: Man dividiert das Körpergewicht durch die Körpergröße im Quadrat. Ein Beispiel: Ein Junge ist 1,2 m groß, wiegt 30 kg und ist 6 Jahre alt. Sein BMI ist in diesem Fall 20,83.

 

Wann ist ein Kind zu dick?

 

Übergewicht ist bei Kindern relativ. Der BMI, der durch das Körpergewicht bezogen auf das Quadrat der Körpergröße international Auskunft über den Ernährungszustand eines Menschen gibt, greift erst ab dem achtzehnten Lebensjahr. Zur genauen Erfassung des Problems in Deutschland hat die „Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kinder-und Jugendalter“ einheitliche Maßstäbe definiert. Hierzu musste der BMI für Minderjährige über zahlreiche nationale Referenzwerte angepasst werden. Die Grenzwerte für Unter-, Normal- und Übergewicht sind für Minderjährige deshalb auf adaptierten Kurvenläufen (Perzentilen) abzulesen, getrennt nach Geschlecht. So gibt die 50. Perzentile den mittleren BMI einer Altersklasse in der Bevölkerung an. Oberhalb der 90. besteht definitionsgemäß Übergewicht, ab der 97. Adipositas.

 

Was kann man tun?

 

Mit Verboten ist es nicht getan. Vielmehr muss eine langfristige Umstellung des Fehlverhaltens angestrebt werden. Das Kind – und in den meisten Fällen auch die ganze Familie – muss erkennen, wo die Ursachen für das Übergewicht liegen. Nur so, in Verbindung mit der nötigen Motivation, ist es möglich, einen positiven Einfluss auf das Ess- und Bewegungsverhalten des übergewichtigen Kindes zu nehmen.

 

Selbstverständlich darf man bei Kindern nicht mit Gewalt(kuren) und einseitigen Erwachsenendiäten gegen die angefutterten Pfunde losgehen, denn Heranwachsende haben einen besonders hohen Bedarf an hochwertigen Nährstoffen. Besser ist es, durch Aufklärung und Umstellung des falschen Ernährungsverhaltens der ganzen Familie dauerhaft zu helfen, damit Kinder schlanker und gesünder heranwachsen können. Unterstützend wirkt ein gezieltes Bewegungsprogramm, am besten für die ganze Familie.

 

Wenn psychische Probleme als Auslöser für übermäßiges Essen zu Grunde liegen, sollten Fachleute hinzugezogen werden.

 

Ernährungstipps bei Übergewicht

  • wenig Fett und Zucker
  • abwechslungsreiche und ausgewogene Nahrungszusammenstellung
  • Heißhunger vermeiden
  • Zwischenmahlzeiten: Obst, Joghurt, Knäckebrot, Rohkost
  • ballaststoffreiche, sättigende Speisen (Kartoffel, Reis, Getreide)
  • mageres Fleisch
  • Paniertes meiden
  • reichlich Kräuter und Gewürze statt Salz
  • Süßes und Fastfood reduzieren
  • Essen ohne Ablenkung (z.B. lesen, fernsehen)
  • gründlich kauen, langsam essen
  • viel zwischendurch trinken: 1,5 bis 2 Liter kalorienfreie Flüssigkeit am Tag
  • Sport und bewegungsintensive Spiele unterstützen die diätetischen Maßnahmen

Ein paar Beispiele, wie man durch den Austausch bestimmter Lebensmittel Fett sparen kann:

 

Salami (30g) 10g Fett gegen gek. Schinken(30g) 1g Fett
Bratwurst (120g) 35g Fett gegen Schweinefilet (120g) 2g Fett
Wiener Schnitzel 10g Fett gegen Kalbsschnitzel 2g Fett  
Sahnejoghurt (150g) 15g Fett gegen fettarmen Joghurt (150g) 2g Fett  
Camembert (50%) 26g Fett gegen Edamer (30%) 16g Fett  
1 Croissant 12g Fett gegen 1 Rosinenbrötchen 0g Fett  
Nuss-Nougat-Creme 35g Fett gegen Honig, Marmelade 0g Fett  
1 Magnum Eis 26g Fett gegen 1 Calippo- Wassereis 0g Fett  
Schokoladenkekse 20g Fett gegen Butterkekse 11g Fett  
Schokolade 33g Fett gegen Weingummi, Lakritz 0g Fett  
Karamellpudding 20g Fett gegen Rote Grütze, Götterspeise 0g Fett  
Erdnussflips 28g Fett gegen Popcorn 5g Fett  
Kartoffelchips (50g) 20g Fett gegen Salzstangen (50g) 0g Fett
Hamburger Royal TS 34g Fett gegen Hamburger 8g Fett

Tipps zum Bewegungsverhalten

  • Lieber lang langsam (keine Kraftakte, die das Kind nur kurze Zeit durchhält)
  • Bevorzugt schwimmen und radfahren, da das Gewicht dabei getragen wird
  • Vor allem am Wochenende Bewegung für die ganze Familie
  • Mehr körperliche Aktivität im Alltag (zur Schule gehen oder mit dem Rad fahren statt Auto oder Bus; Treppen statt Aufzug)
  • Weniger Inaktivität (täglichen Fernseh- und Computerkonsum auf jeweils 1 Std. beschränken; feste Sendungen oder Zeiten vereinbaren und kontrollieren)
  • einen medienfreien Tag festlegen

 

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